DVB-T, ein Begriff, der für neues, digitales "Überallfernsehen" steht, ist vielerorts in aller Munde. DVB-T verspricht viel und hält auch einiges, doch was genau ist eigentlich DVB-T? DVB-T ist die Abkürzung für "Digital Video Broadcasting-Terrestrial" und bezeichnet die terrestrische, das heißt erdgebundene Übertragung von digitalem Fernsehen und Hörfunk per Haus- oder Zimmerantenne. Es ist ein internationaler Standard, der bereits weltweit (z.B. in Großbritannien, Südafrika oder Indien) im Einsatz ist.
Gegenüber dem analogen PAL-System bietet DVB-T einige Vorteile, so macht es die digitale Komprimierung bei DVB-T möglich, mehrere Programme auf einer Frequenz zu übertragen. Die Anzahl der Kanäle, die letztendlich zum Empfang bereit stehen, hängt jedoch stark vom jeweiligen Empfangsort ab, so kann man beispielsweise in Mitteldeutschland bisher nur die öffentlich-rechtlichen Sender (ARD, ZDF; 3sat; MDR; etc.) empfangen, in anderen Sendegebieten, z.B. im Raum Hannover sind auch private Sender (z.B. RTL, Pro7, etc.) empfangbar. Weiterhin profitiert DVB-T von so genannten Hochfrequenzreflexionen (Mehrwegempfang). Beim herkömmlichen Fernsehempfang machen sich solche Reflexionen als Geisterbild bemerkbar, das heißt über dem normalen Bild erscheint das gleiche Bild nochmals, leicht seitlich versetzt und deutlich schwächer. Bei DVB-T hingegen werden auch die aus den reflektierten Signalen empfangenen Signale, die innerhalb einer bestimmten Zeitspanne eintreffen, noch zur Wiederherstellung des gesendeten Bildes genutzt.
Durch diese Unempfindlichkeit können Sender oder Empfänger mobil betrieben werden, so gibt es DVB-T-Empfänger für Autos oder Busse. Für Notebooks sind ebenfalls DVB-T - Empfänger erhältlich. Für den terrestrischen Empfang fallen im Gegensatz zum Empfang über Kabel keine laufenden Gebühren an den Kabelbetreiber an, lediglich die Rundfunkgebühren werden weiterhin fällig.
Natürlich hat diese neue Technik auch Nachteile. Oft wird eine schlechte Empfangsqualität bemängelt.
So können Unschärfen, Klötzchenbildung (Makroblöcke) und weitere Kompressionsartefakte auftreten. Auch der Ton ist, vor allem im Hochtonbereich, nicht mehr so klar wie bei analogen Übertragungen.
Der Empfang setzt eine Set-Top-Box oder einen Fernseher mit integriertem DVB-Empfänger voraus, preisgünstigere DVB-T-USB-Sticks für den Computer sind ebenfalls möglich. Auch für die Antenne können Investitionen nötig sein. Zwar ist ein Empfang von DVB-T oft auch mit der schon vorhandenen Dachantenne möglich, diese muss aber gegebenenfalls neu ausgerichtet oder auf eine andere Polarisation eingestellt werden. Zusätzlich können Kosten für den Austausch eines älteren Verstärkers entstehen, da DVB-T teilweise höhere Frequenzen als die bisher üblichen analogen verwendet. Weiterhin arbeiten die DVB-T-Empfänger wegen des fehlenden VPS-Signals oft nicht optimal mit herkömmlichen Fernsehern, Videorekordern und den meisten DVD-Rekordern zusammen und auch die Bedienung der neuen DVB-T-Empfangsgeräte kann für technisch wenig versierte oder ältere Menschen zu neuen Hürden werden.
Fazit:
DVB-T bedeutet neben schöner neuer Technik auch Investitionskosten, sowohl für die und für den Endkonsumenten. Ebenso ist immer noch keine vollständige Flächendeckung erreicht und auch die Beteiligung der privaten Sender ist eher mangelhaft, so stehen in vielen Gebieten nur öffentlich-rechtliche Sender zur Verfügung. Ein Parallelbetrieb von analogem und digitalem terrestrischen Fernsehen ist ebenfalls nicht gegeben, sodass der Verbraucher vielerorts gezwungen wird, auf digitales Fernsehen umzusteigen, wenn er weiter über den terrestrischen Weg fernsehen will.
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