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Autor: Petra Funk (office-3000[at]web.de)
Kategorie: Dienste, Internet
vom: 1. August 2008
Wer im Internent sucht, der "googelt" - gut möglich, dass dieses Wort bald seinen Weg in den deutschen Duden findet. Google ist der absolute Marktführer im Bereich der Suchmaschinen - wohl hat Yahoo noch einen relativ "guten" Anteil und auch Lycos, Altavista, Metaspinner und andere bieten ihren Such-Service an, doch greift mit 62 % der User die große Mehrheit der Internetnutzer zu Google, wenn es um die Informationsbeschaffung im Internet geht. Auf diese Weise machten die Google-Schöpfer Milliarden Dollar.Nun gibt es mit Cuil eine neue Suchmaschine im World Wide Web. Diese neue Konkurrenz wurde zum Teil durch ehemalige Google-Mitarbeiter entwickelt: Anna Petterson, Russel Power und Tom Costello sind die Schöpfer der neuen Konkurrenz von Google. Es gibt kaum Zweifel an der Kompetenz der Gründer von Cuil: Anna Petterson arbeitete bei Google für den Suchindex Teragoogle, Tom Costello lehrte an der Stanford-Universität, Kalifornien, und der Russel Power, der dritte im Bunde, war wie Petterson bei Google tätig. Nach Angaben von Cuil durchforstet diese Suchmaschine mehr als 120 Milliarden Internetseiten - das sollen nach Auskunft des Unternehmens mehr als beim Konkurrenten Google sein. Die Entwickler von Cuil versprechen den Nutzern, dass ihre Suchergebnisse nach semantischen Gesichtspunkten und nicht nach Popularität gesucht werden und dadurch präziser sind. Die Ergebnisse werden anders als bei Google nicht in Listenform, sondern in kurzen Inhaltsangaben präsentiert, die zumeist auch mit Bildern bereichert sind.


Von den Betreibern der Suchmaschine wird diese Art der Präsentation "organized results" genannt, die durch die Aufteilung in die drei Spalten eine bessere Lesbarkeit habe.

Nach Informationen der Cuil-Schöpfer bietet diese neue Suchmaschine ihren Nutzern einen größeren Schutz der Privatspähre als dies bei ihren Konkurrenten der Fall ist. Da die Suchanfragen der einzelnen User nicht dokumentiert und archiviert würden, bleibt so der  Datenschutz gewahrt.

Ob die neue Suchmaschine ein Erfolg werden kann? Gerade bei deutschsprachigen Anfragen zeigt Cuil noch erheblich Wissensdefizite. Bei einem Test mit der Eingabe von "Fahrrad Frankfurt" fand Cuil keine Antwort, es gab kein Resultat: "We didn´t find any results for `Fahrrad Frankfurt´". Google zeigt bei derselben Anfrage fast 1,5 Millionen Ergebnisse an und bietet zu einigen Resultaten gleich Google-Maps-Ausschnitte an. Bisher scheint es so, als ob deutschsprachige Seiten eher nicht gefunden werden. Die neue Suchmaschine muss also wohl noch Deutsch "lernen". Die im Deutschen relativ häufig vorkommenden Umlaute scheint Cuil überhaupt nicht zu verstehen.

Dafür zeigt Cuil aber einige englischsprachige Einträge an, die Google nicht kennt. Dennoch ist es zur Zeit noch sehr fraglich, ob Cuil Google wirklich ernsthaft Paroli bieten kann. Immerhin wird das neue Suchmaschinen-Projekt von renommierten Investoren wie beispielsweise Madrone Capital mit insgesamt 33 Millionen US-Dollar unterstützt.


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